Leitungs­kongress 2026

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Session 10 – Dave Ferguson

Die letzte Session des Leitungskongresses startet nochmals mit voller Power: Central Arts rockt ein letztes Mal die Bühne mit dem beliebten Worship-Hit „Praise“, der die Teilnehmer des Kongresses zum Klatschen und Mitsingen motiviert. Drummer Jonathan Schmidt spricht von einer „Dankbarkeit, die sich in Freude ausdrückt“ – passender könnte man die Stimmung des Songs nicht beschreiben.

Das letzte „PRAISE THE LORD!“ ist gesungen und Daniela Mailänder kündigt den letzten Referenten des Kongresses an: „Dave Ferguson liebt es, aus einer Idee zehn zu machen. Er ist ein Vervielfältiger und leitet ein Netzwerk von lauter Gemeindegründerinnen und -gründern.“ „Guten Tag!“ begrüßt der energiegeladene Amerikaner sein Publikum und schlägt eine Brücke zurück zu Session 9, in der Jörg Ahlbrecht über das Thema „Verwurzelt im ewigen Leben“ gesprochen hatte – und damit den Vortrag gehalten hatte, den ursprünglich Lothar Krauss halten wollte. Lothar und seine vor kurzem verstorbene Frau Heike waren Freunde von Dave. Voller Wertschätzung und mit Mitgefühl spricht er über Lothar: „Er war der erste, der mich nach Deutschland eingeladen hat. Ich wäre heute nicht hier, wenn es nicht nach ihm gegangen wäre.“.

Zu Beginn seines Vortrags mit dem Titel „Verwurzelt, um zu multiplizieren“ kündigt Dave Großes an: „Ich möchte heute über die nächsten 5, 10, 15, oder 20 Jahre eures Lebens sprechen. Darüber, wie ihr einen Impact, einen Einfluss hinterlassen könnt.“

Er erzählt davon, wie er als junger Leiter Teil einer Kleingruppe mit 12 Leitern der größten Kirchen in Chicago war, die sich regelmäßig mehrere Male im Jahr trafen. Sie sprachen gemeinsam über das Leben, Leitung und die Gemeinde. „Ich kam jedes Mal mit einer langen Liste von Fragen und ging wieder mit einer Liste von Ideen!“ Man merkt, wie sehr ihn diese außerordentliche Kleingruppe geprägt hat und erfährt dann völlig unvermittelt, dass sie heute nicht mehr besteht. Doch was war geschehen? Sexuelles Fehlverhalten gegenüber Frauen, ein schlechter Umgang mit Finanzen und toxische Kulturen, die sie geschaffen hatten, waren die Gründe, wieso diese großen Männer tief gefallen waren. Dave äußert die Frage, die sich sicherlich einige stellen: „Wie konnte das passieren?“ Seine Antwort lautet: „Meine einzige Erklärung ist: Sie sind abgedriftet und an einem Ort angekommen, wo sie niemals hinwollten.“ Noch nie habe ihm ein junger Leiter gesagt: „In 15 Jahren möchte ich 25 kg Übergewicht haben, geschieden sein und meine ganzen Glaubenssätze über Bord geworfen haben. Es passiert aber ständig.“

Abdriften – das passiere nicht nur irgendwelchen fremden Menschen, sondern auch jetzt gerade, stellt Dave überzeugt fest. Kirchliche Leiterinnen und Leiter erleiden eine umfassende gesundheitliche Krise. Viele fühlten sich isoliert und auf vier Ebenen würden sich die Folgen des „Abdriftens“ zeigen: In Beziehungen, körperlich, mental und geistlich. Dave stellt fest: „Ohne Vorsatz wird jeder abdriften. Ich will euch einen einfachen Weg zeigen, nicht abzudriften, um ein gesunder Leiter zu sein, der einen bleibenden Einfluss hinterlässt.“

Dave fordert seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf, die Hand aufs Herz zu legen und seinen eigenen Herzschlag zu spüren. Warum?  „Wenn es wahr ist, dass wir der Tempel des Heiligen Geistes sind und er in uns lebt, dann haben wir alles in uns, um die Welt zu verändern. Die meisten Menschen unterschätzen, was Gott in uns hineingelegt hat. Gott fragt uns: Willst du dich mir ganz zur Verfügung stellen?“ Dave macht klar: Nur mithilfe des Heiligen Geistes, der in uns lebt, können wir die Welt und den Bereich, der uns anvertraut ist, auf eine gute und gesunde Weise nachhaltig prägen und verändern. Der Schlüssel dazu liegt für ihn darin, sich Gott zur Verfügung zu stellen. Er ermutigt: „Du musst nicht besonders begabt oder talentiert sein, um einen bleibenden Einfluss zu hinterlassen. Du wirst Fehler machen. Gott will nicht, dass du perfekt bist, sondern verfügbar.“ Er ist überzeugt: „Wenn du drinnen nicht gesund bist als Leiter, wirst du draußen nichts Gesundes hervorbringen können.“

Nach dieser eindrücklichen Vorrede wird Dave praktisch und beschreibt im weiteren Verlauf vier Warnzeichen, die wir wahrnehmen müssen, um nicht abzudriften:

1. Zwischenmenschlich
„Mit wem du dich umgibst, prägt, wer du bist“, stellt Dave fest, und betont die Relevanz von guten Freunden. Er gibt zu bedenken: „Was würde es mir über dich sagen, wenn ich die drei Menschen kennenlernen würde, mit denen du am meisten Zeit verbringst?“

2. Körperlich 
Dave ist ein sportlicher Typ und stellt fest: „Du kannst keine 42 km laufen, wenn du leer bist. Du musst deinen Körper auffüllen. Und dasselbe gilt für einen geistlichen Marathon.“ Sich gut um seinen Körper zu kümmern, sei wichtig, schließlich ist er „ein Mittel für deinen Dienst“.

3. Mental 
Dave zitiert Römer 12,2: „Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.“ Die Erneuerung des Denkens betont Dave, denn der Dienst eines geistlichen Leiters ist ein geistliches Schlachtfeld. Auch Therapie, Seelsorge und andere Formen der Seelenpflege können hierbei hilfreich sein.

4. Geistlich 
Ohne Gott können wir nichts tun, wie die Rebe, die nicht am Weinstock hängt, stellt Dave fest. „Wenn Gott in dir ist, geht es nicht um Sprints, sondern um treue Schritte jeden Tag.“
Diese vier Bereiche täglich im Blick zu behalten ist für Dave entscheidend, um nicht abzudriften. Täglich nimmt er sich pro Bereich eine Minute Zeit und schreibt Tagebuch über das, was ihn dazu bewegt. „Eine Minute über alle vier Bereiche nachdenken, kann verhindern, dass du abdriftest, und verhindert, dass du dich in 5 oder 10 Jahren an einem Ort wiederfindest, wo du nie hinwolltest.“

Nachdem er mit diesen vier Bereichen darüber sprach, was dem inneren Menschen hilft, umfassend gesund zu bleiben, geht er über zu seinem Herzensthema, für das er bekannt ist: Impact – Einfluss ausüben in den Bereichen, die einem anvertraut sind. Er spricht von 4 Dingen, die Jesus gemacht hat und formuliert daraus Handlungsempfehlungen, es ihm gleich zu tun:

  1. Make disciple makers – Bringe Menschen hervor, die wiederum andere zu Jüngern machen
    „Wir schaffen Jüngerschaftsmomente, aber machen keine Jünger“, stellt Dave fest – und das sollte sich ändern.
  2. Bringe Jüngerinnen und Jünger in geistlicher Gemeinschaft zusammen, z.B. in Kleingruppen
    „Beziehung sind der Katalysator für geistliches Wachstum“, erklärt Dave und fährt fort: „Dein größter Impact geschieht beim Kaffeetrinken, im Wohnzimmer“ und betont damit die Relevanz der ganz normalen Tischgemeinschaft, die so wichtig ist, um Menschen zusammenzubringen und Beziehungen zu pflegen. Er erntet Applaus mit dem Satz: „Events wie diese sind fantastisch, aber sie sind nur gut, um Menschen zu inspirieren, in geistliche Gemeinschaft zu gehen!“
  3. Mobilisiere neue Leiter und sende sie aus, wenn sie bereit sind
    „Viele von euch sind in diesem Raum, weil jemand etwas in euch gesehen hat“, mutmaßt Dave. Die vier wichtigsten Worte eines Leiters lauten nach ihm „Ich sehe in dir…“, da sie eine enorm motivierende Wirkung auf Menschen haben können. Er fordert seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf, sich folgende Frage zu stellen: „Was würde passieren, wenn du jede Woche so ein Gespräch mit jemandem führen würdest?“
  4. Rufe neue Formen von Kirche ins Leben
    Was zunächst einschüchternd klingen könnte, heißt nach Dave nicht unbedingt, dass man Menschen einstellen oder ein Gebäude mieten müsste. Vielmehr will er ausdrücken: „Ich habe ein einfaches Verständnis von dem, was eine neutestamentliche Gemeinde ist: Eine Gemeinschaft von Menschen auf gemeinsamer Mission, deren Herr Jesus ist.“

Zum Schluss erzählt Dave noch eine beispielhafte berührende Geschichte eines befreundeten Geschäftsmannes, der anhand dieser vier Schritte einen bleibenden Einfluss hinterließ. Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte und Daves Anliegen auf den Punkt gebracht: „Wenn du eine Gemeinde gründen willst, musst du nur verfügbar sein.“ Verfügbar für Gott, der in unserem Herzen wohnt und alles in uns hineingelegt hat, was wir brauchen, um einen bleibenden Einfluss zu hinterlassen.

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